Salomon Ultra Running Academy
Maxi-Race in Annecy

Mein Sechser im Lotto! Time to play…

Als ich mich vor einigen Wochen für die Ultra Running Academy von Salomon bewarb, rechnete ich mir keinerlei Chancen auf eine Teilnahme aus. Jetzt ist der Wahnsinn perfekt: Ich bin einer von acht männlichen Läufern, die in Europa ausgewählt wurden.

Du bist dabei! So lautet die Betreffzeile der Mail, die mich am Freitag erreicht. Ich klicke mich in die Nachricht, die von einem Philipp Reiter kommt, dessen Name mir bekannt vorkommt, aber grad nichts sagt. „Gratulation, du bist unser Auserwählter für die Salomon Ultra Running Academy, herzlichen Glückwunsch! Wir freuen uns, dich in Annecy im Mai begrüßen zu dürfen!“ Mein Herzschlag steigt rapide in die Höhe wie bei einer Sprinteinheit, ich kann es nicht fassen.

Time to play

Die nächste Frage: „Das Wichtigste zuerst: Willst du unser Angebot noch annehmen und hast Zeit und Lust, vom 23. Mai bis zum 28. Mai nach Annecy zu kommen?“ Was für eine Frage!?! Für mich ist die Antwort klar. Eindeutig. Keine Diskussion. Ich denke an die Arbeit, zieh meinen Kalender zu Rate. Passt. Dann denke ich an meine Frau. Und daran, dass das schwieriger werden könnte.

Nicht, dass sie es mir nicht gönnt. Aber intensiv betriebener Laufsport erfordert einiges an Zeit. Nicht nur für Training, sondern auch für die Regeneration, für Schlaf. Zudem habe ich einen Beruf, der mich auch alles andere als nur etwas beansprucht. Manchmal – oft – bleibt nur wenig Zeit füreinander. Jetzt ist Zeit für Kompromisse gefragt. Ich lese weiter.

110-km Maxi-Race rund um den Lac d’Annecy

„Als Trainingscamp-Abschluss ist das Maxi-Race um den Lac d’Annecy geplant. Die 110-km Strecke hat etwa 7000 Höhenmeter und führt einmal um den ganzen See. Alle unsere Top-Läufer (Francois d’Haene, Mira Rai, Max King, Dakota Jones…) laufen dort mit. Kannst du dir vorstellen, da mitzumachen?“

Maxi Race D'annecy Salomon Gore Tex

Ich bin sicher, dass ich in diesem Moment etwas blass wurde. Die 110 Kilometer schrecken mich nicht. Ich denke an den GrimmSteig XXL, den ich im letzten Jahr in Kassel gelaufen bin. 111 Kilometer, 3000 Höhenmeter. Mein Ultradebüt, aber eigentlich eher eine Wanderung mit meinem Bruder und einem Freund.

Es sind die 7000 Höhenmeter, die mir einen Heidenrespekt einjagen – Angst wäre hier das falsche Wort. Zwar stehen auch kürzere Distanzen zur Auswahl, aber wenn schon, denn schon: All in!

Das Problem: Ich bin eher ein klassischer Flachlandläufer und habe nicht wirklich die Erfahrung mit Bergläufen. Geschweige denn trainiere ich für sie. Das wird sich ändern müssen! Ich habe drei Monate Zeit. Und ich bin ehrgeizig. Motiviert. Wann hat man schon einmal die Chance, mit einigen der besten Ultra- und Trailläufern der Welt zu starten? Mit einigen von ihnen zu trainieren? Was braucht es mehr an Motivation?

Once-in-a-lifetime-Chance

Salomon hat mich ausgewählt und ich weiß, dass sich viele Läufer beworben haben. Ganz sicher viele, die über deutlich mehr Ultra- und Trailerfahrung verfügen und es ganz bestimmt ebenfalls verdient hätten. Ich hätte es jedem Einzelnen von Herzen gegönnt! Und deswegen nehme ich diese Once-in-a-lifetime-Chance auch sehr, sehr ernst. Für alle werde ich hier über diese tolle Aktion und meine Vorbereitung berichten.

Ich weiß nicht, was Salomon an meiner Bewerbung am Ende besonders gefallen hat. Über einen Facebook-Post von Anna wurde ich auf die Aktion aufmerksam und ich füllte den Fragebogen sofort offen und ehrlich und frei Schnauze aus. Ohne mir groß Gedanken über die Wortwahl zu machen. Ohne mich groß vorzubereiten. Ohne Druck oder die Hoffnung, überhaupt eine Chance zu haben: immerhin sucht Salomon die „nächste Generation von Ultrarunnern“ – und ich bin mit meinen bald 44 ja auch nicht mehr der Jüngste. Gerade auch deswegen freue mich so sehr über die Wahl und danke Salomon ganz besonders, auch dem älteren Ultra-Nachwuchs eine Chance zu geben.

Ihr haltet mich jung, Leute! Danke! Danke! Danke!

Die Top-Läufer von Salomon

P.S.: Und dann war da noch dieser Name, Philipp Reiter. Bescheiden schreibt er in der Mail, dass auch die Salomon-Topläufer Francois d’Haene, Mira Rai, Max King und Dakota Jones dabei sind – deren Namen ich tatsächlich kenne, obwohl ich nicht wirklich tief in der Szene drin bin.

Nur sich selbst nennt er nicht. Dabei ist er der Zauberlehrling. Einer von Deutschlands besten Trailläufern. Und ja: Ich war letztens erst auf ihn gestoßen, weil ich mich über die Coastal Challenge in Costa Rica informiert habe, über die Ian Corless hier so grandios informiert hat. Und jetzt ratet mal, wer dort 2014 Dritter wurde… Noch Fragen? Auf seiner Webseite gibt’s mehr über Philipps Erfolge zu lesen. Ich kann’s kaum erwarten, ihn kennenzulernen.

Finding my Monday balance. Or at least trying it 😜 #norway #fjords

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François d’Haene hat unter anderem zweimal den Ultra Trail Mont Blanc gewonnen und in 2014 die Ultra-Trail World Tour. 2016 stellte er einen neuen Rekord beim GR20-Trail auf Korsika auf. Er brauchte 31 Stunden und 6 Minuten und knackte damit die Rekorde von Guillaume Peretti (2014: 32 Stunden) und Killian Jornet (2009: 32 Stunden, 54 Minuten). Unfuckingfassbar…

Mira Rai wurde erst 2014 entdeckt und hat seitdem zahlreiche Rennen gewonnen. Der National Geographic wählte sie zum Adventurer of the Year 2017, über ihr Leben wurde bereits ein Film gedreht. Total inspirierende Geschichte!

keep voting!

Ein Beitrag geteilt von Mira Rai (@mira.rai) am

Max King gewann u.a. 2014 die IAU 100 km World Championships – seine Bestzeit liegt bei unglaublichen 6:27:43 Stunden, seine Marathonbestzeit bei 2:14:36 Stunden. Er kommt noch am ehesten von der „Kurzdistanz“ wie ich (wenngleich von einem ganz anderen Niveau) und ich bin sehr gespannt darauf, mehr über sein Training zu erfahren.

Dakota Jones hat seine eigene Kolumne auf irunfar.com – und ich empfehle jedem, sie zu lesen sowie auch dieses Interview. 2011 wurde er im Alter von nur 21 Jahren Zweiter beim legendären Hardrock 100 in 27:10:00 Stunden. Ich mag wirklich seine Einstellung, er ist ein authentischer, ehrlicher Typ, der sich viele ernste Gedanken macht und zugleich sehr humorvoll ist – zumindest wirkt er so auf mich.

Ich bin jetzt erst einmal für eine Weile sprachlos – bis bald!

  1. Hört sich wirklich sehr bekloppt an. Ich hoffe, du kommst heil aus der Nummer raus. Allerdings wundert mich nix mehr – wenn du also mit einer Traumzeit finishen würdest, wäre ich auch nicht überrascht. 😉

    • Man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben, äh, Bergen… In etwa drei Monaten wissen wir mehr, Training läuft jedenfalls schon. Muss mir nur noch angewöhnen, auch an der Arbeit die Treppen hochzulaufen. Wenn ich finishe, ist es eine Traumzeit – egal, wie langsam oder schnell…

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