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Highway to Hell: Countdown zur 32. Ausgabe des Marathon des Sables

Es dauert nicht mehr lang, dann lebt die Wüste wieder! Vom 7. bis zum 17. April 2017 werden in der südmarokkanischen Sahara 1200 Läufer aus 51 Ländern an den Start gehen.

Seit der ersten Austragung im Jahr 1986 sind fast 20.000 Menschen diese Herausforderung angegangen: Sie laufen oder gehen 250 Kilometer durch die Wüste und tragen dabei ihr komplettes Gepäck inklusive Lebensmittel. 2018 bin ich angemeldet. Jetzt aber soll die Aufmerksamkeit zunächst einmal den Abenteurern dieses Jahres gelten. Heute gab es eine offizielle Pressemitteilung, die ich für euch übersetzt habe.

50-Tage-Countdown für den „Wüstenlauf“

In fünfzig Tagen werden 1200 Männer und Frauen den marokkanischen Boden berühren und zum Marathon des Sables (hier auf Facebook) anreisen. Zwei Tage später, am 9. April, werden sie aufbrechen, um 250 Kilometer in sechs Etappen zu Fuß durch die Wüste zu bewältigen. Ihr Ziel? Ein „Finisher“ der 32. Auflage des bekanntesten aller Wüstenläufe zu sein.

Etwas pathetisch listet die aktuelle Pressemitteilung der Veranstalter die „Verbündeten“ dieser Läufer auf. Es sind

  • ihre Körper, die sie seit Monaten trainiert haben,
  • ihr ultramotivierter Geist,
  • ihre Rucksäcke mit genug, um sieben Tage zu überleben (übrigens: hier geht es zu meiner Packliste),
  • die Organisation mit logistischer, medizinischer und moralischer Unterstützung
  • und die anderen Teilnehmer, wahre „Waffenbrüder“ in diesem modernen Abenteuer.

Helden für eine Woche

Natürlich ist bereits die Teilnahme eine große Herausforderung. Aber jeder Läufer kommt auch aus eigenen Beweggründen: manche stellen sich dem Lauf nach einem begeisterten Gespräch mit Freunden, andere wollen ihren Lebensstil ändern, wieder andere erfüllen sich ein selbst gegebenes Versprechen etwa nach einer Genesung nach einer Krankheit. All diese „kleinen“ Geschichten addieren sich beim Marathon des Sables und werden zu einer „großen“ Story. Im Alltag oft unscheinbare Männer und Frauen werden Helden für eine Woche.

Türen des Geistes

„Du bist nicht mehr derselbe, wenn du zurückkommst“
Teilnehmer

Der Marathon des Sables gilt als eines der härtesten Rennen der Welt, aber dieses Abenteuer ist nicht nur Sport: Es ist eine Reise, die die Teilnehmer an ihre Grenzen bringt, ihre Persönlichkeiten offenbart und ihre Seelen entblößt. „Du bist nicht mehr derselbe, wenn du zurückkommst“, sagen regelmäßige Teilnehmer. „Hier bedeuten Solidarität, Brüderlichkeit und Respekt vor Unterschieden wirklich etwas. Bei Rennen dieser Art öffnen sich die Türen des Geistes. Man fühlt sich frei, lebendig und befreit von all dem Zeug, das sonst so unser Leben füllt“, sagt Patrick Bauer, der den Lauf gegründet hat und auch heute noch läuft.

Die fünf Säulen des Marathon des Sables

  1. Herausforderung: aus der Routine zu entkommen, ein außergewöhnliches Abenteuer erleben. Man kann etwas schaffen, das zugleich großartig wie unnötig ist.
  2. Teilen: der MdS ist eine Herausforderung, ja. Aber schon Jon Krakauer schrieb in „Into the Wild“: „Glück ist nur real, wenn es geteilt wird.“
  3. Sicherheit: Der Lauf ist bekannt für sein hohes Sicherheitsniveau (Organisation, medizinisches Personal, Kursmarkierungen, etc.).
  4. Respekt: Für sich selbst, für andere, für die Umwelt. Wer für die Zukunft gewappnet sein will, für den ist dieses Event wie gemacht.
  5. Solidarität: weil Selbstsucht niemanden weit bringt, sammeln viele Teilnehmer Geld für wohltätige Zwecke, die Organisation unterstützt mit „Solidarité MDS“ ihre eigene Vereinigung.

über

(* 1973). Ich lebe seit Ostern 2012 vegan, seitdem laufe ich auch. 2013 war der erste Marathon an der Reihe, 2016 der erste 100-km-Lauf, 2017 waren die 100 Meilen dran. Eigentlich sollte es danach in die Wüste zum MdS gehen - aber das musste ich schieben. Ebenso wie den Spartathlon 2019. Aber auch, wenn ich derzeit nicht laufe: Im Herzen bin ich auf der Strecke dabei.

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